Vier Arten von Anbietern
Wer Werbepost an Unternehmen verschicken will, landet meist bei einer dieser vier Gruppen. Alle haben ihre Berechtigung, sie lösen aber unterschiedliche Aufgaben.
- Online-Druckereien drucken deine Karten günstig und in guter Qualität. Adressierung, Versand, Rückweg und Auswertung organisierst du selbst.
- Postkarten- und Mailing-Automation verschickt Karten per Upload oder Schnittstelle, oft ausgelöst aus Shop oder CRM. Stark bei wiederkehrenden Mailings an bestehende Kunden.
- Print-Mailing-Tools von Postdienstleistern verbinden Gestaltung, Druck und Versand in einem Online-Werkzeug und sind auf größere Auflagen ausgelegt.
- Online-Briefdienste drucken und versenden Briefe aus dem Büro heraus, etwa Rechnungen oder Serienbriefe. Für Geschäftspost gemacht, weniger für Werbung.
Kontaktstoff ist auf eine fünfte Aufgabe spezialisiert: den persönlichen Erstkontakt mit ausgewählten Wunschkunden im B2B, von der Auswahl der Empfänger bis zum gewonnenen Kunden.
Die Unterschiede auf einen Blick
Die Tabelle zeigt typische Merkmale. Einzelne Anbieter können mehr oder weniger bieten.
| Was du brauchst | Online-Druckerei | Mailing-Automation | Print-Mailing-Tool | Kontaktstoff |
|---|---|---|---|---|
| Auswahl und Recherche der Empfänger | Selbst | Meist selbst | Teils Adressmiete | Eigene Liste oder Leadrecherche als Zusatzservice |
| Personalisierung pro Sendung | Meist nur Adresse | Variable Felder | Variable Felder | Name, Unternehmen, Botschaft und QR-Code je Kontakt |
| Eigener Rückweg pro Empfänger | Selbst organisieren | Teils QR-Code oder Gutschein | Teils individueller QR-Code | WhatsApp, Kalender, Potenzialanalyse, Video oder Formular, je Empfänger eigener Link |
| Auswertung bis zum Abschluss | Keine | Meist Aufrufe oder Einlösungen | Meist Aufrufe | Dashboard von versendet bis Kunde gewonnen, mit Kampagnen-ROI |
| Gestaltung | Eigene Druckdaten | Vorlagen oder Upload | Editor oder Upload | 20 Gestaltungsvorlagen, Designservice als Zusatz |
| Sonderformate | Große Auswahl, Personalisierung selten | Selten | Einige Standardformate | Postkarte, Selfmailer, Sonderformate wie Pop-up-Mailing |
| Gemacht für | Druck in beliebiger Menge | Bestandskunden, E-Commerce | Größere Auflagen | Neukundengewinnung im B2B mit einigen hundert Wunschkunden |
Was Kontaktstoff anders macht
Bei den meisten Anbietern endet die Arbeit mit dem Versand. Für die Neukundengewinnung fängt sie da erst an. Deshalb deckt Kontaktstoff den ganzen Weg ab:
- Wunschkunden auswählen: Eigene Liste importieren oder passende Unternehmen und Ansprechpartner recherchieren lassen.
- Persönlich gestalten: Name, Unternehmen, Botschaft und QR-Code werden für jeden Kontakt angepasst. Du gestaltest selbst mit Vorlagen oder buchst den Designservice.
- Drucken und versenden: Kontaktstoff produziert und übergibt an den Versanddienstleister. Standardversand in Deutschland ist im Preis enthalten.
- Ins Gespräch kommen: Jeder Empfänger bekommt einen eigenen Link, etwa zu WhatsApp, zur Terminbuchung oder zu einem persönlichen Video.
- Ergebnisse festhalten: Im Dashboard siehst du QR-Aufrufe und pflegst den Status bis zum gewonnenen Kunden. Der Kampagnen-ROI rechnet sich daraus mit.
Abgerechnet wird über Creditpakete ohne Abo, ab 490 € netto für 100 Credits. Eine Standard-Postkarte braucht 1 Credit, inklusive Personalisierung, QR-Code, Produktion und Standardversand in Deutschland.
Sieben Anbieter im Überblick
Die folgenden Anbieter werden häufig genannt, wenn es um Werbepost und Postkartenversand geht. Die Tabelle fasst zusammen, was sie auf ihren eigenen Websites angeben.
| Anbieter | Schwerpunkt laut Anbieter | Formate | Persönlich pro Empfänger |
|---|---|---|---|
| KontaktstoffUnser Angebot | Persönlicher Erstkontakt mit ausgewählten Wunschkunden im B2B | Postkarte, Selfmailer, Sonderformate wie Pop-up-Mailing | Name, Unternehmen, Botschaft und eigener Rückweg je Kontakt |
| PostPal | Postkarten-Marketing für E-Commerce-Marken, zusätzlich B2B per API | Postkarte A6, DIN lang, Maxi, Brief A4 | Variablen wie Name, Firma, Gutscheincode, QR-Code. Bilder für alle gleich |
| MyPostcard B2B | Print-Mailings für Unternehmen, automatisiert über API oder CRM | Große Auswahl, u. a. A6, DIN lang, Maxi, Klappkarte, Brief A4, Supersize | Individuelle Texte, QR-Codes und personalisierte URLs |
| Deutsche Post Print-Mailing online | Online-Tool für Gestaltung, Druck und Zustellung von Werbesendungen | 6 Werbeformate inkl. Postkarten, Brief A4 und Selfmailer | Je nach Stufe: nur Adresse, bis zu fünf Textfelder oder unbegrenzt |
| EchtPost | Postkarten mit echter Briefmarke, auch per API | Postkarte 14,8 × 10,5 cm | Personalisierte Anrede, per API eigener Text und QR-Code |
| optilyz | Direct-Mail-Automation aus CRM oder CDP für große Bestandskundenbasen | Briefe und Postkarten | Datengetrieben inkl. Bildpersonalisierung und QR-Codes |
| LetterXpress | Online-Versand von Geschäftspost | Brief DIN A4 | Serienbrief, den du selbst erstellst und als PDF hochlädst |
| Pingen | Digitaler Versand von Geschäftspost | Briefe | Serienbriefe per Upload oder Generator |
PostPal
PostPal beschreibt sich als Plattform für automatisiertes Postkarten-Marketing für DTC- und E-Commerce-Marken und bietet daneben B2B-Mailings über eine offene API an. Stark ist PostPal bei der Messung im Shop-Umfeld: Gutscheineinlösungen, Reagiererabgleich und Kontrollgruppen. Die Reports setzen laut Hilfe eine verbundene Shopify-Anbindung voraus, und Bilder sind für alle Empfänger gleich. Quelle: getpostpal.com, FAQ, Hilfe.
MyPostcard B2B
MyPostcard bietet Unternehmen Print-Mailings von der Bestandskundenpflege bis zur Leadgenerierung, mit sehr breiter Formatauswahl, individuellen Texten, QR-Codes pro Empfänger und Anbindung an CRM-Systeme wie HubSpot oder Salesforce. Gestaltung ist mit eigenen Druckdaten, Templates oder dem Designteam möglich. Preise gibt es als individuelles Angebot. Quelle: b2b.mypostcard.com.
Deutsche Post Print-Mailing online
Mit dem Online-Service der Deutschen Post gestaltest, druckst und versendest du Werbesendungen in einem Werkzeug. Du lädst eigene Adressen hoch oder wählst Zielgruppen nach Gebiet und Kriterien wie Kaufkraft. Die Personalisierung reicht je nach Stufe von der reinen Adresse bis zu unbegrenzten Individualisierungen. Der Preisrechner reicht bis zu 500.000 Sendungen, das Werkzeug ist also auch für große Auflagen gemacht. Quelle: deutschepost.de.
EchtPost
EchtPost druckt Postkarten und frankiert sie mit einer echten, aufgeklebten Briefmarke. Zwei der drei Schriften sind Handschriften nachempfunden. Neben Mailings gibt es terminierten Versand, etwa zu Geburtstagen, und eine API, über die Text und QR-Code pro Karte übergeben werden können. Das Postkarten-Mailing beschreibt EchtPost selbst als geeignet „für kleine Mailings, Kundenaktionen und persönliche Bestandskundenpost“. Quelle: echtpost.de, API.
optilyz
optilyz automatisiert Briefe und Postkarten direkt aus Marketing-Clouds wie Salesforce oder Braze. Laut Preisseite brauchst du dafür ein Marketing-Automation-System oder eine CDP und mindestens eine sechsstellige Zahl an Bestandskunden mit Postadresse. Das ist eine Lösung für große Unternehmen mit viel Kundendaten. Quelle: about.optilyz.com.
LetterXpress und Pingen
Beide versenden Geschäftspost digital: Du lädst fertige PDFs hoch oder bindest deine Software an, die Anbieter drucken, kuvertieren und übergeben an die Post. Beide nennen Geschäftspost wie Rechnungen und Serienbriefe als Schwerpunkt und werben mit Versand ohne Mindestmengen und ohne Abo. Gestaltung und Text bringst du als fertiges Dokument mit. Quelle: letterxpress.de, pingen.com.
Was eine Sendung kostet
Preise lassen sich nur ehrlich vergleichen, wenn klar ist, was enthalten ist. Wir nennen deshalb die Einstiegspreise so, wie die Anbieter sie selbst angeben, ohne Umsatzsteuer, soweit der Anbieter das so ausweist. Bei MyPostcard und optilyz ist das nicht angegeben.
| Anbieter | Preis laut Anbieter | Enthalten |
|---|---|---|
| KontaktstoffUnser Angebot | 4,90 € bis 4,10 € pro Standard-Postkarte, je nach Creditpaket (490 € für 100 Credits bis 3.075 € für 750 Credits) | Personalisierung pro Sendung, eigener QR-Code, Produktion, Standardversand in Deutschland und Dashboard |
| PostPal | 0,77 € pro Postkarte A6 bei 500 bis 999 Stück, Mindestmenge laut Preisseite 500 | Druck, Porto und Versandlogistik, Annahme Vorkasse |
| MyPostcard B2B | ab 0,08 € pro Sendung zzgl. Porto, individuelles Angebot | je nach Format, Stückzahl und Personalisierung |
| Deutsche Post | Gesamtpreis im Online-Rechner, Porto Dialogpost Karte 0,36 € | Frankierung, Druck und Einlieferung im Online-Service |
| EchtPost | 2,75 € pro Postkarte im Mailing ab 30 Stück | Druck und echte Briefmarke |
| optilyz | Paket Basis 500 € monatlich plus 1.500 € einmalig | Plattform, Stückpreise für Druck und Porto nicht angegeben |
| LetterXpress | ab 0,81 € pro Brief | Druck, Material, Kuvertierung und Porto |
Ja, pro Karte ist Kontaktstoff teurer als die meisten anderen Anbieter. Der Grund: Die anderen Preise gelten für den Druck und Versand einer Sendung, die du vorher selbst geplant, gestaltet und mit Adressen versorgt hast, und oft für größere Mengen. Kontaktstoff ist für einige hundert ausgewählte Wunschkunden gemacht, bei denen jeder einzelne Kontakt zählt. Ob sich das rechnet, entscheidet nicht der Stückpreis, sondern der Deckungsbeitrag eines gewonnenen Kunden. Ein Rechenbeispiel: 300 Postkarten im Paket Fokus kosten 1.350 €. Bringt ein Neukunde 1.800 € Deckungsbeitrag, trägt schon der erste Abschluss die ganze Kampagne. Wie du das für dich ausrechnest, zeigt der Ratgeber ROI einer Postkampagne.
Wann ein anderer Anbieter besser passt
Ehrlich gesagt: nicht immer ist Kontaktstoff die richtige Wahl.
- Du willst tausende Haushalte erreichen: Für große Auflagen an Privatkunden sind Print-Mailing-Tools oder Lettershops gemacht.
- Du willst Bestandskunden automatisch anschreiben, etwa nach einem Kauf im Shop: Das ist die Stärke von Mailing-Automation mit Shop- oder CRM-Anbindung.
- Du brauchst nur gedruckte Karten und verschickst sie selbst, etwa für eine Messe: Eine Online-Druckerei ist dann meist die günstigste Lösung.
- Du verschickst Rechnungen oder Geschäftsbriefe: Dafür sind Online-Briefdienste gebaut.
Kontaktstoff lohnt sich, wenn du eine klar umrissene Liste von Unternehmen gewinnen willst, jeden Kontakt persönlich ansprechen möchtest und am Ende wissen willst, was die Kampagne gebracht hat.
Checkliste: Diese Fragen solltest du jedem Anbieter stellen
- Kann ich jede Sendung einzeln personalisieren, oder nur Name und Adresse?
- Bekommt jeder Empfänger einen eigenen QR-Code oder Link, und wohin kann er führen?
- Was ist im Preis enthalten: Druck, Personalisierung, Porto, Versand?
- Gibt es Mindestmengen, ein Abo oder Einrichtungsgebühren?
- Woher kommen die Adressen, und wer kümmert sich um Informationspflichten und Werbesperrlisten?
- Sehe ich nur Aufrufe, oder kann ich Gespräche, Termine und Abschlüsse festhalten?
- Gibt es Hilfe bei Gestaltung und Botschaft, oder bin ich auf mich allein gestellt?
Mehr zur Planung findest du im Ratgeber B2B-Mailing: Leitfaden und im Beitrag Darf ich Adressen kaufen?. Was deine Kampagne kosten würde, zeigt die Kalkulationshilfe.